Der sächsische Dialekt (Sächsisch for You)

Zunächst:
Sächsisch ist keine Sprache, sondern ein Dialekt, der sich wiederum in unterschiedliche Mundarten aufspaltet. Das heutige Sachsen entstand im Wesentlichen ab dem 12. Jahrhundert durch den Zuzug von Franken, Hessen, Thüringern, Niedersachsen und vorhandene Slawen. Nachdem lange zuvor germanische Stämme im Zuge der Völkerwanderung abgewandert waren. In den freien Raum siedelten ab dem 6. Jh. slawische Siedler. Alle diese Kulturen, Sprachen, Traditionen und Brauchtum mischten sich im Laufe des Miteinander. So haben wir eine wesentlich facettenreichere Sprachkultur als gemeinhin angenommen. Das Vogtland, das Erzgebirge, die Oberlausitz, um nur einige zu nennen, sind eigenständige Mundarten, die sich gravierend voneinander unterscheiden. Auch Dresden, Leipzig und Chemnitz unterscheiden sich voneinander.

Wenn ein Auswärtiger versucht, „sächsisch“ nachzuahmen (was nie oder nur schlecht gelingt) versucht er immer die verpönte  Redeweise von Ulbricht zu imitieren.

Das eigentliche „Sächsisch“ wird in Schleswig-Holstein und Niedersachsen gesprochen. Denn wir Sachsen sind gar keine Sachsen, sondern ein Konglomerat, eine Mischung aus oben genannten Kulturen. Das heutige sogenannte Sachsen entstand durch eine dynastische Namenswanderung, sodass man die hier ansässigen Sachsen eigentlich (scherzhaft) als einen „Irrtum der Geschichte“ bezeichnen kann.

Die künstlerische Vertreterin des „Sächsischen“ ist die 1891 in Leipzig geborene Lene Vogt. Ihre Gedichte sind so umwerfend skurril und komisch, dass man es schon als sympatisch bezeichnen muss. Gut vorgetragen, erheitern sie jeden „Nichtsachsen“.
Vielleicht finden Sie ja Gefallen an den Balladen, Geschichten und kleinen Erzählungen, die Sie zukünftig an dieser Stelle finden werden…

 

De Säks´sche Lorelei
(Lene Vogt 1891-1962)

Ich weeß nich, mir isses so gomisch
Un ärchendwas macht mich verschtimmt.
Sís meechlich, das is anadomisch,
Wie das ähmd beim Mänschen oft gimmt.

De Älwe, die bläddschert so friedlich,
Ä Fischgahn gommt aus dr Tschechei.
Drin sitzt ´ne Familche gemiedlich,
Nu sinse schon an dr Bastei.

Un ohm uffn Bärche, nu gugge,
Da gämmt sich ä Freilein ihrn Zobb.
Se schtriecheltn glatt hibbsch mit Schbugge,
Dann schtäcktsn als Gauz uffn Gobb.

Dr Vader da unten im Gahne
Glotzt nuff bei das Weib gans entzickt.
De Mudder meent draurich: „Ich ahne,
Die macht unsern Babbah verrickt.“

Nu fängt die da ohm uffn Fälsen
Zu sing ooch noch an ä Gubbleh.
Dr Vader im Gahn dud sich wälzsn
Vor Lachen un jodelt: „Juchheh!“

„Bis schtille“, schreit ängstlich Ottilche.
Schon gibbelt gans forchtbar dr Gahn,
Un blätzlich versinkt de Familche…
Nee, Freilein, was hamse gedan!“

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